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Frauenstreik! Wir fraulenzen am 14. Juni 2019!

Der grosse Tag naht! Endlich wird wieder landauf und landab über Gleichstellung gesprochen. Damit hat der Frauen*streik schon viel erreicht, bevor er überhaupt losgeht. Aber es wird noch besser, viel besser! Weisst du noch nicht wo streiken? Fehlt dir noch ein T-Shirt oder ein Plakat? Möchtest du wissen, wieso andere Frauen* streiken? Oder möchtest du dich einfach auf den grossen Tag einstimmen? Dann ist dieser Beitrag für dich. Venceremos!

Lasst uns Geschichte schreiben!

Der Frauen*streik vom 14. Juni 2019 kommt mit grossen Schritten näher. Seit ich 8 Jahre alt bin, warte ich auf diese Streik. Damals, am 14. Juni 1991, kam meine Mama am Abend glücklich und kämpferisch nach Hause zurück ins Berner Oberland. Sie kam vom Bundesplatz, trug die violette Brosche mit der Frau mit den Katzenaugen und hatte dieses Leuchten im Gesicht. Sie hat uns erzählt, was sie erlebt hat, und ich war sehr stolz auf sie.
Niemand sonst hat damals darüber gesprochen, nicht in der Schule, nicht im Dorf. Aber mir hat sich dieses Ereignis tief in meine Erinnerung gegraben. Erst viel später habe ich Bilder dazu gesehen. Und noch viel später habe ich begriffen, was damals passiert ist und wie viele Frauen* daran teilgenommen haben. Der grösste Streik in der Geschichte der Schweiz!
Warst du damals auch nicht dabei? Hier siehst du ein Video über den Frauen*streik 1991:

Was machst du am 14. Juni?

Der zweite Frauen*streik in der Geschichte der Schweiz findet am 14. Juni 2019 statt. Denn viele Forderungen sind noch immer nicht erfüllt. In der ganzen Schweiz haben sich darum lokale Streikkomitees gebildet, von unterschiedlichsten Frauen* mit unterschiedlichsten Anliegen. Selten habe ich eine so fiebrige, gespannte Stimmung erlebt! Es sind unzählige Aktionen geplant, bereits im Vorfeld und natürlich am 14. Juni selbst. 
Die Frauen*streikkoordination Bern bietet einen laufend aktualisierten Überblick über das Programm im ganzen Kanton. Es ist schlicht unglaublich beeindruckend was da alles los ist! Auch in anderen Kantonen ist viel los. Eine Übersicht über alle Streikkollektive der Schweiz und eine Anleitung zum Streiken am Arbeitsplatz und Zuhause findest du zum Beispiel beim nationalen Frauennetzwerk aller Regionen.

 

Wie kann ich streiken?

Ohne die Arbeit der Frauen geht gar nichts. Frauen leisten Millionen Stunden von bezahlter und unbezahlter Arbeit, am Arbeitsplatz und im Haushalt. Und sie übernehmen viel Verantwortung für andere. Darum ist es gar nicht immer so einfach zu streiken! Das haben Frauen* in der ganzen Schweiz zum Anlass genommen, sich kreative Aktionen zu überlegen. Hier ein paar Ideen:
  • Violette Zeichen setzen: Violett tragen, Büro oder Hausfassaden mit violetten Transpis schmücken, Tücher raushängen... 
  • Ein-, zwei-, dreistündige oder halbtägige Streiks organisieren.
  • Um 11 Uhr eine Pause mit einer Aktion machen (zum Beispiel am nationalen Lärmmoment teilnehmen).
  • Protestpausen, verlängerte Kaffeepausen, Diskussionsanlässe oder Versammlungen veranstalten.
  • Um 15.24 Uhr mit der Arbeit aufhören, d.h. wir arbeiten 20% weniger, weil Frauen im Durchschnitt immer noch 20% weniger Lohn bekommen.
  • Die Gleichstellung zum Thema machen – im Lehrerzimmer,  im Stationszimmer,  im Unterricht, an der Uni, im Kindergarten, in Ausstellungen, im Berufsbildungsamt,  im Parlament, …
  • Kolleginnen an ihrem Arbeitsplatz besuchen, welche nicht streiken können. Ihnen etwas überreichen oder sie nach ihren Forderungen fragen.
  • Und ganz wichtig: Sich mittags zu einer Streiksuppe und abends zur Demo und zum Feiern treffen! Die Demo startet um 17.30 Uhr auf dem Bundesplatz. Vorher gibt es dort schon ein farbiges Programm. Sobald du fertig bist mit deiner Aktion oder deinen Aufgaben, komm auf den Bundesplatz und fraulenze!
Diese und viele weitere Streikideen stammen von der wunderbaren Seite der Frauenstreikkoordination Bern. Dort findest du auch Ideen wie du als Tagesschul- oder Kitamitarbeiterin streiken könntest. 
Was es aus arbeitsrechtlicher Sicht zu beachten gilt, findest du hier.
Die Männer sind aufgerufen, sich mit dem Frauenstreik zu solidarisieren und ihn zu unter­ stützen, indem sie alles dafür tun, den Frauen die Teilnahme am Streik zu ermöglichen.

Fraulenzen in Köniz

Mit anderen Frauen aus Köniz organisiere ich am Morgen des 14. einen Streikbrunch in der Heiteren Fahne in Wabern, zwischen 9 - 11.30 Uhr. Er steht allen offen, die sich für Gleichstellung einsetzen wollen, und Kinder sind herzlich willkommen! Bringt Transparente und Schilder zum schmücken mit! Bringt Trillerpfeiffen und alles was sonst noch Lärm macht mit! Denn um 11 Uhr machen wir viel Lärm für die Gleichstellung. Hier gehts zum fb-Event.

Darum streike ich

Ich streike für Lohn, Zeit und Respekt.
Lohn, weil in vielen Berufen, die typischerweise von Frauen* ausgeführt werden, der Lohn sehr tief ist. Lohn auch weil gleicher Lohn für gleiche Arbeit immer noch nicht Realität ist.
Zeit, weil Betreuungsaufgaben und Erwerbsarbeit in der Schweiz immer noch schwer zu vereinbaren sind. Es ist fast nur mit einem Teilzeitpensum möglich. Das hat ein geringeres Einkommen, schlechtere Sozialversicherungen und Renten und viel Stress zur Folge. Es braucht Zeit, um Betreuungsaufgaben zu erfüllen, und es braucht daneben auch noch Zeit zum Leben! Darum streike ich für Elternzeit, Zeit für pflegende Angehörige, kürzere Arbeitszeiten sowie eine faire Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit. 
Schliesslich Respekt, weil wir weiterhin dafür kämpfen müssen, dass sexuelle Gewalt an Frauen* thematisiert und bekämpft wird. Und Frauen* nicht aufgrund ihres Geschlechts abgewertet werden. Ich streike auch, damit unsere Kinder als Kinder aufwachsen können und nicht ständig in Schubladen gesteckt werden. Damit Kinderbücher endlich mit veralteten Geschlechterrollen brechen. Für starke Kinder, die sich selbst sein dürfen.

Streikgründe: So vielfältig wie die Frauen* selbst

Warum streikst du? Dazu gibt es keine Vorgaben! Alle Frauen* sind mit ihren Forderungen willkommen. Schau dich auf den sozialen Medien unter dem Hashtag #Frauenstreik 2019 oder #Streikgründe um. Du wirst sofort Lust bekommen, deine eigenen Streikgründe aufzuschreiben. Tu das! Du kannst ein Foto von dir mit deinen Streikgründen posten oder ein Plakat für den 14. Juni malen. Das bringt uns zum nächsten Punkt:

Was brauche ich zum Streiken?

Keine Panik, eigentlich brauchst du nur dich selbst. Das reicht völlig. Wenn du aber im Vorfeld kreativ sein möchtest, kannst du dich mit ganz einfachen Mitteln vorbereiten und so deine Streikgründe sichtbar machen. 
Du kannst deine Streikgründe zum Beispiel auf einen Karton schreiben. Wenn du möchtest, kannst du sie noch farbig anmalen. Ein wasserfester Filzstift reicht aber auch. Wenn du noch Motive suchst, die du aufmalen könntest, findest du auf der Seite der Gewerkschaften tolle Vorlagen
Ich habe das regnerische Wochenende genutzt und zusammen mit den Kindern gemalt:

Um 11 Uhr gibt es einen schweizweiten Lärmmoment. Trillerpfeifen sind dafür sehr gut geeignet. Es gehen aber auch Pfannendeckeln, Rasseln, Instrumente, was immer du gut mitnehmen kannst. 

Was ziehe ich an?

Was du willst natürlich! Streikfarbe ist violett. Wenn du magst, kannst du dich also violett anziehen. Es gibt auch tolle Streik-Tshirts bei den lokalen Streikkomitees, den Gewerkschaften, usw. Evt. ist es jetzt aber schon etwas knapp, damit sie noch pünktlich bei dir ankommen. Darum ganz einfach: Ein violettes T-Shirt mit einem wasserfesten Marker aufhübschen. Schon bist du bereit. 

Du bist noch nicht ganz sicher, ob du streiken möchtest? 

Dann liest diesen Beitrag im Blick über die Streikvorbereitungen. Wetten, dass er dich ansteckt? 

Elternzeit statt Steinzeit!

Es ist höchste Zeit für Elternzeit! Denn so hätten Mütter und Väter die Möglichkeit, mehr Zeit mit ihrem Kind zu verbringen und die Betreuungs- und Hausarbeit gleichberechtigt zu teilen. Väter könnten von Anfang an eine aktive Rolle im Leben der Kinder übernehmen. Umgekehrt könnten Mütter Familie und Beruf besser vereinbaren und wären finanziell unabhängiger.
Darum fordern wir von der SP in einer Motion 38 Wochen Elternzeit im Kanton Bern. Unterstütz uns und unterschreib unseren Aufruf für Elternzeit statt Steinzeit!

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