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Abstimmungen vom 4. März: Warten aufs Tram

Es gibt ein paar Fragen, auf die ich unterdessen routinemässig antworten kann: “Maaamaaa, was ist deine Lieblingsfarbe (Regenbogen), dein Lieblingstier (Wale), deine Lieblingszahl (7), dein Lieblingsessen (Lasagne), deine Lieblingsbeschäftigung (Zeitung lesen)?” Letzthin wurde ich aber mit einer neuen Frage überrascht: “Maaamaaa, was hattest du als Kind lieber? Bus oder Tram?”.  Ich habe meinen Kindern erklärt, dass es in Krattigen, wo ich aufgewachsen bin, “nur” einen Bus gibt. Das tat ihnen sehr leid. "Nur einen Bus? Arme Mama!”. Ich habe die traurigen Kinder in den Arm genommen und ihnen erklärt, dass das für mich nicht schlimm war. Und dass es nicht überall die gleichen Verkehrsmittel braucht. Genau darum geht es im Kern bei der kantonalen Tramabstimmung: Das richtige Verkehrsmittel am richtigen Ort. Die Frage, was wir lieber haben, ist am 4. März 2018 die falsche. Vielmehr stellt sich die Frage, wie lange die Bevölkerung von Ostermundigen noch warten muss.

Ja zum Tram Ostermundigen!

Worum gehts? 

Die stark wachsenden Wohn- und Arbeitsgebiete im Norden von Bern und in Ostermundigen sollen durch eine Tramlinie erschlossen werden. Die bestehende Buslinie stösst heute schon an ihre Kapazitätsgrenzen. Spätestens ab dem Jahr 2035 werden Busse dieses Verkehrswachstum nicht mehr bewältigen können. Das geplante Tram kann mit weniger Fahrten wesentlich mehr Passagiere transportieren.

Die geplante Neubaustrecke ist rund 4,2 Kilometer lang und folgt der heutigen Buslinie zwischen dem Viktoriaplatz in Bern und dem Oberfeld in Ostermundigen. Das Rütiquartier in Ostermundigen wird nicht durch das Tram, sondern weiterhin durch einen Bus erschlossen. Zusammen mit dem Bau der neuen Tramlinie werden die Strassen und die darunter liegenden Leitungen saniert. Der Baubeginn ist für 2022 vorgesehen. Es wird mit einer Bauzeit von rund fünf Jahren gerechnet.

 

Wieso stimmen wir im ganzen Kanton über ein Tram nach Ostermundigen ab?

Vielleicht erinnerst du dich: Am 28. September 2014 wurde in Bern, Köniz und Ostermundigen über eine neue Tramlinie Köniz-Ostermundigen abgestimmt. Die Bevölkerung von Köniz und Ostermundigen lehnte das Tramprojekt damals ab. Wobei die Könizer Stimmberechtigten gleichentags der Tramverlängerung des 9er-Trams nach Kleinwabern klar zustimmten. 

Im Nachgang zu dieser Abstimmung haben sich die Stadt Bern und die Gemeinde Ostermundigen um eine Alternative bemüht. Die wichtigsten Argumente der Gegener_innen wurden aufgenommen und ein reduziertes Projekt erarbeitet. Das neue Projekt wurde der Bevölkerung von Ostermundigen und Bern erneut zur Abstimmung vorgelegt, dieses Mal mit Erfolg. Die Ostermundiger und die Berner Stimmbevölkerung sagten Ja.

Auch der Grosse Rat hat dem Kantonsbeitrag mit 79 zu 40 Stimmen zugestimmt. Gegen den Entscheid des Kantonsparlaments wurde aber das Referendum ergriffen. Die Tram-Odysee geht somit in eine letzte, entscheidende Runde: Sagt die Stimmbevölkerung des Kantons Bern am 4. März 2018 Ja, gibt es endlich grünes Licht für das wichtige Projekt und Ostermundigen bekommt das erste Tram.

Wichtige Regel für Neo-Tramfahrer_innen: Me redt nid im erschte Tram.

Für eine zukunftsträchtige Entwicklung und mehr Lebensqualität für alle

In den nächsten Jahren wird der flächendeckende Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Kanton Bern weitergehen, und das ist sehr gut so. Über 70 grosse Verkehrsprojekte sollen kantonsweit realisiert werden. Von diesen Investitionen profitieren wir alle: beim Arbeiten und in der Freizeit. In der Stadt, auf dem Land, in den Bergen – wo immer wir uns hinbewegen. Wenn wir den Kanton Bern weiterbringen wollen, braucht es ein gemeinsames Vorgehen statt regionalpolitischer Spaltung. Und das bedeutet: Das richtige Verkehrsmittel am richtigen Ort. 

Die Buslinie meiner Kindheit besteht übrigens immer noch und wurde sogar ausgebaut. Heute fahren die Busse bis Mitternacht - etwas, was ich mir zu meiner Jugendzeit sehr gewünscht hätte! 



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